1. Einsatz der Produkte

    Der „richtige Gebrauch“ der verwendeten Produkte ist zur Gewährleistung des Gesundheitsschutzes, der Sicherheit und des Umweltschutzes wichtig. Das bedeutet nicht nur, das richtige Produkt am richtigen Ort einzusetzen, sondern auch die erforderlichen Schutzvorkehrungen zu treffen, was auch die entsprechende Vorsorge für Unglücksfälle einschließt.
    1. Sicherheit

      Durch eine Reihe von Schutzmaßnahmen kann die Sicherheit beim Umgang mit Mineralölprodukten gewährleistet werden. Beispielhaft seien technische Schutzmaßnahmen (z. B. zur Vermeidung von Ölnebelbildung), persönliche Schutzausrüstung (z. B. Tragen von Handschuhen), Arbeitshygiene (z. B. Hautkontakt mit Schmierstoffen vermeiden, Hautschutzmittel verwenden) und Brand-/Explosionsschutz (z. B. nicht mit offenem Feuer hantieren) genannt. Grundlage für das Setzen der richtigen Schutzmaßnahmen ist die Kenntnis der sicherheitsrelevanten Eigenschaften der Schmierstoffe. Im Sicherheitsdatenblatt laut Chemikaliengesetz sind diese umfassend dargestellt. Handelt es sich um einen gefährlichen Stoff im Sinne des Chemikalien-Gesetzes, so werden die Verpackungen mit den entsprechenden Gefahrensymbolen und Gefahrenbezeichnungen gekennzeichnet. Ebenso sind Hinweise auf besondere Gefahren („R-Sätze“) und Sicherheitsratschläge („S-Sätze“) sowie Maßnahmen zur Entsorgung integriert.
      Nicht nur für gefährliche Stoffe und Zubereitungen im Sinne des Chemikalien-Gesetzes, sondern für alle Mineralölprodukte gilt:
      Ein wichtiges Kriterium für die Feuergefährlichkeit ist der Flammpunkt einer Flüssigkeit. Das ist die Temperatur, oberhalb der so viele Dämpfe aus der Flüssigkeit freigesetzt werden, dass diese durch eine Zündquelle entflammt werden können. Produkte mit einem Flammpunkt unter 100 °C sind durch die „Verordnung brennbarer Flüssigkeiten“, kurz VbF, geregelt.
    2. Gesundheitsschutz

      Mineralölprodukte können auf vier verschiedenen Pfaden in den Körper eindringen. Da die gesundheitlichen Folgen teilweise schwerwiegend sein können, ist besondere Vorsicht geboten.

      Einatmen – Inhalation

      Die meisten Schmierstoffe sind schwer flüchtig, d. h. bei normalen Verwendungsbedingungen ist die Konzentration an Dämpfen zu gering, um eine Inhalationsgefahr darzustellen. Werden allerdings leichter flüchtige Schmierstoffe eingesetzt oder bei hohen Temperaturen verwendet (was die Flüchtigkeit erhöht), beziehungsweise an schnell laufenden Maschinen eingesetzt, so kann es zur Bildung einer gesundheitsgefährdenden Konzentration an Ölnebeln und/oder Dämpfen kommen. Schädigungen der Atmungsorgane
      bzw. des Magen-/Darmbereichs sind dann eventuell möglich.
      Solche Bedingungen sind zu vermeiden, indem Maßnahmen in nachstehender Reihenfolge ergriffen werden:
      a. Auswahl des richtigen Produkts bzw. der richtigen Anwendungsbedingungen
      b. Einsatz in geschlossenen Systemen
      c. Einsatz von Absaugungen an der Quelle
      d. Be-/Entlüftungsmaßnahmen am Verwendungsort
      e. persönliche Schutzausrüstung (z. B. Atemschutz )

      Verschlucken oder Trinken – Ingestion
      Schmieröle haben - mit Ausnahme der wenigen laut Chemikalien-Gesetz als giftig oder gesundheitsschädlich gekennzeichneten Produkte - eine geringe Akut-Toxizität (Giftigkeit), die sich allerdings im Zuge der Verwendung durch Verunreinigungen und Alterung erhöhen kann (Motorenöle). Selbstverständlich sollte durch gute Arbeitshygiene (z. B. während des Umgangs mit Schmierstoffen nicht rauchen/essen/trinken, Schmierstoffe nie in Lebensmittelgebinden lagern, um Verwechslungsgefahr auszuschließen) ein versehentliches Verschlucken verhindert werden.

      Flüssigkeitsaufnahme in der Lunge - Aspiration
      Gelangen Mineralölprodukte in flüssiger Form in die Lunge (das ist möglich, wenn dünnflüssige Mineralölprodukte zunächst verschluckt, dann erbrochen werden und so in die Lunge gelangen), so besteht potentiell Lebensgefahr, da die Lungenfunktion stark beeinträchtigt werden kann. Die meisten Schmierstoffe haben eine mittlere oder höhere Viskosität; bei solchen Produkten besteht diese Gefahr nicht. Die betreffenden niedrig viskosen Mineralölprodukte sind mit dem Andreaskreuz und dem R-Satz 65
      „Gesundheitsschädlich, kann bei Verschlucken Lungenschäden verursachen“ gekennzeichnet.

      Haut- und Augenkontakt
      Längerer oder häufig wiederholter Hautkontakt mit Schmierstoffen kann zu Hautkrankheiten führen (Dermatitis, Ölakne, Ölfollikulitis) und sollte vermieden werden. Gute persönliche Hygiene und der Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung sowie Hautschutzmittel werden empfohlen.
      Injektionen von Schmierstoffen unter die Haut (z. B. durch Hydraulikanlagen oder Hockdruckfettpressen) stellen eine besondere Gefahr dar. Einige Schmiermittel können bei Kontakt mit Haut oder Augen Reizungen hervorrufen.
    3. Umweltschutz

      Ein wichtiger Beitrag zur Gewährleistung des Umweltschutzes ist, das richtige Schmiermittel am richtigen Ort zu verwenden und Leckagen zu vermeiden. Im Falle von Verlustschmierungen (z. B. Kettensägeöle) oder dem Einsatz in besonders sensiblen Gebieten (z.B. Waldarbeit, Schipisten) stellen biologisch schnell abbaubare Schmiermitt el eine sinnvolle Alternative zu konventionellen Schmiermitteln auf Basis von Mineralöl dar. Für diese Zwecke wurde die Schmierstoffreihe Shell Naturelle entwickelt.
      Die biologische Abbaubarkeit bedeutet allerdings nicht, dass diese Produkte nach dem Gebrauch unkontrolliert entsorgt werden dürfen. Bei der Entsorgung gelten ebenso strenge Vorschriften wie für Mineralölprodukte.
    4. Weitere Hinweise

      Die Ausführungen zu Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz sollen einen Überblick über typische wesentliche Eigenschaften und Gefährdungen bieten. Konkrete Informationen zu den einzelnen Produkten entnehmen Sie
      bitte dem Sicherheitsdatenblatt.
  2. Entsorgung der Produkte

    Das Abfallwirtschaftsgesetz, das sich an der Zielhierachie Abfallvermeidung, Abfallverwertung, Abfallentsorgung orientiert, regelt den Verbleib des Produktes nach dem ordnungsgemäßen Gebrauch.
    Gebrauchte Mineralölprodukte können als Altöle behandelt werden, wenn folgende Punkte erfüllt werden:
    • nicht mehr als 15 % Verunreinigungen;
    • nicht mehr als 0,5 % Chlor;
    • Flammpunkt über 55 °C;
    • weniger als 30 ppm Biphenyle oder Terphenyle (PCB, PCT).
    Können nicht alle Anforderungen erfüllt werden, müssen Altöle als gefährliche Abfälle (Problemstoffe) entsorgt werden.
    Zur Herstellung von Shell Produkten werden keine Zweitraffinate verwendet, sodass im Frischöl keine PCB’s oder PCT’s nachweisbar sind.
  3. Notfälle

    Maßnahmen bei Bränden
    In der Regel eignen sich Schaum, Wassersprühstrahl, Kohlendioxid und Trockenlöschmittel.
    Wasservollstrahl ist ungeeignet zur Löschung von Mineralölbränden.
    Einatmen – Inhalation
    Betroffene Personen sofort an die frische Luft bringen und ärztliche Hilfe veranlassen.
    Schlucken oder Trinken – Ingestion
    In keinem Fall Erbrechen einleiten. Sofort ärztliche Hilfe veranlassen.
    Haut- und Augenkontakt
    Stark verschmutzte Kleidung umgehend entfernen und betroffene Körperstellen mit Wasser und Seife mindestens 10 Minuten waschen. Niemals Petroleum, Dieselkraftstoff oder Benzin verwenden. Bei Verdacht auf Ölinjektion durch Hydraulikanlagen oder Hochdruckfettpressen, Betroffene sofort ins Krankenhaus bringen, selbst wenn keine Verletzungen erkennbar sind. Die Augen mit viel Wasser mindestens 15 Minuten spülen.

In Notfällen steht die Vergiftungsinformationszentrale für Österreich an der 1. Medizinische Universitätsklinik,
A-1090 Wien, Währinger Gürtel 18–20 unter der Wiener Telefonnummer: (01) 406 43 43 zur Verfügung.

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